Klar und zugleich respektvoll

Scheinharmonie in den Firmen ist ein Fehler

In vielen Firmen wird mehr übereinander als miteinander geredet. Coach Petra Hoffmann gibt Tipps, wie man klar und respektvoll kommuniziert.

Personalforum 5 am 02.06.2016
Referentin: Dr. Petra Hoffmann

Fachlich hervorragend und engagiert, doch die Mitarbeiter leiden unter ihrem Chef, dem – freundlich gesagt – die soziale Kompetenz fehlt. Diesen Typus Abteilungsleiter gibt es in vielen Firmen. Das wurde am Freitag beim fünften Personalforum der SÜDWEST PRESSE deutlich. Führungskräfte-Coach Petra Hoffmann gab vor 90 Personalverantwortlichen aus der Region Tipps, wie Kommunikation im Unternehmen klar und respektvoll erfolgen kann, damit keine Missverständnisse aufkommen.

Doch vielen Mitarbeitern und Vorgesetzten fehle der Mut, unangenehme Themen im Arbeitsalltag anzusprechen. Häufig ist nach Hoffmanns Worten die Führungskultur auf Scheinharmonie ausgelegt, nach dem Motto: „Bei uns gibt’s keine Probleme“. Zudem fehle es oft an einer Feedback-Kultur.

Beispielsweise forderten manche Firmen ihre Mitarbeiter auf, Verbesserungsvorschläge zu machen. Doch die Mitarbeiter bekämen darauf keine Resonanz, auch kein Feedback, warum es nicht möglich ist, etwas umzusetzen. Bei den Mitarbeitern entstehe so der Eindruck: „Das bringt doch nichts“. „Manche Mitarbeiter halten sich mit ihrer Meinung zurück, weil sie nicht als Buhmann oder Bedenkenträger dastehen wollen“, sagt Hoffmann.

Wertschätzung sei ein wichtige Voraussetzung für ein konstruktives Miteinander. Führungskräfte könnten Mitarbeitern bereits mit einer „Kultur der Kleinigkeiten“ Anerkennung zeigen – etwa eine persönliche Geburtstagskarte oder eine Obstschale. Eine Patentlösung gebe es dafür nicht. Das müsse jeder für sich herausfinden.

Hoffmann gab auch Ratschläge für Konfliktgespräche und wie man Vorgesetzte kritisiert. Dabei dürfe man nie die Position des Vorgesetzten in Frage stellen und brauche Distanz zu seinen Emotionen. Das Gespräch unter vier Augen könnte mit dem Satz beginnen „Darf ich offen mit Ihnen sprechen?“ Danach gelte es, das Problem klar anzusprechen, mögliche Konsequenzen zu benennen, Lösungsvorschläge zu machen und deren Nutzen aufzuzeigen.

„Die Mitarbeiter müssen der vorgesetzten Person aber Entscheidungsspielraum lassen und dürfen Sie nicht in Enge drängen“, betonte Hoffmann. Doch sie dürften und müssten Klarheit, Prioritäten, Hilfestellung und die Nachhaltigkeit der Umsetzung einfordern.

Start typing and press Enter to search